Wir haben Lust auf Zukunft

Gronau - Draußen tobt der Sturm, drinnen greift Volksbank-Vorstandsvorsitzender Frank Overkamp beim Bilanz-Pressegespräch dieses Bild auf: „Wir sind sehr gut am Wind gesegelt“, betont er bei der Vorstellung der Bankzahlen für 2017. Das Ergebnis in der Kurzfassung: „Wir sind sehr gut, wir sind absolut zufrieden“, so Overkamp, der die Jahreszahlen gemeinsam mit dem Vorstandskollegen Michael Kersting präsentiert. Entsprechend optimistisch schaut die Bank nach vorn: „Wir haben Lust auf Zukunft“, so Overkamp und Kersting – und das gelte für das gesamte Team.

Die gute Entwicklung der vergangenen Jahre sei auch den Rahmenbedingungen im prosperierenden Münsterland zu verdanken: „Die Kunden sind zuversichtlich, haben sehr gut investiert“, so Overkamp. Als Beleg dafür nennt er den Anstieg der Bilanzsumme, die seit 2015 um 800 Mio. Euro (allein 2016 um 481 Mio. Euro) zugelegt hat. „Das ist deutlich mehr, als wir zu Jahresbeginn erwartet haben“, betont Overkamp.

Die positive Stimmung am Markt lasse sich auch am Kreditgeschäft (plus 402 Mio. Euro Kreditbestände) und an den Einlagen (plus 10,3 Prozent) ablesen. Kersting: „Das ist ein Vertrauensbeweis unserer Kunden.“ Der Zuwachs im Kreditgeschäft ist dabei zum Teil auf einen Sondereffekt im Bereich Windkraft (Kreditvolumen: rund 125 Mio. Euro) zurückzuführen. Die weiteren Drittel verteilen sich nach Overkamps Darstellung auf Baufinanzierungen (Neubau/Umbau) und das Firmenkundengeschäft.

„Lust auf Zukunft“ beweist die Volksbank nach Angaben des Vorstands auch damit, dass 2017 in Mitarbeiter und Filialen der Bank investiert worden sei und es entsprechende Pläne auch für 2018 gebe. Sechs Filialen (Legden, Heek, Metelen, Vreden, Wüllen und Alstätte) wurden im vergangenen Jahr umfassend renoviert und an den Wünschen von Mitgliedern, Kunden und Mitarbeitern auf ein neues Konzept hin ausgerichtet. Weitere Erneuerungen sollen folgen. Die Bank werde in der Fläche präsent bleiben, verspricht Kersting als „klares Bekenntnis zur Filiale vor Ort“.

„Die Planungen für den Neubau eines dreieinhalbgeschossigen Bankgebäudes in Ahaus an der Parallelstraße sind ebenfalls in vollem Gange, so dass wir unsere Filiale am Markt weitestgehend in den neuen Standort überführen werden können. Der erste Spatenstich soll noch in diesem Jahr erfolgen“, nennt Kersting konkrete Pläne für 2018. Am Ahauser Standort „Markt“ sei ein neues Gebäude vorgesehen, in das Unternehmen einziehen werden. Dieses Bauvorhaben werde die Attraktivität der Ahauser Innenstadt steigern.

Mit Millionenaufwand will die Bank in 2018 auch eine umfassende Renovierung der Hauptstelle an der Neustraße auf den Weg bringen, so Overkamp. Neben einer energetischen Sanierung stehe dabei die Erneuerung von Technik und die Schaffung moderner Arbeitsplätze und Arbeitsplatzbedingungen für vorhandene und neue Mitarbeiter im Fokus. Die Mitarbeiter (Overkamp: „Wir haben ein tolles Team“) seien als „Markenbotschafter“ entscheidend für die Beratungs- und Service-Qualität der Bank, die sich – auf der Grundlage des genossenschaftlichen Modells – als moderne Dienstleister rund um alle Finanzfragen der Kunden verstehe. Intensives Bemühen um den Nachwuchs, interne und externe Weiterbildung (800 Tage allein in 2017) und ein eingeleiteter Generationswechsel – alle Auszubildenden wurden übernommen, mit rund 20 älteren Mitarbeitern Altersteilzeitregelungen getroffen – fallen als Stichworte.

„Fusion ist aktuell kein Thema für uns“, sagt Overkamp auf eine Frage. „Wir freuen uns, dass wir eine überschaubar große Bank sind, die gerade auch deshalb ihrem Motto – persönlich, kompetent, nah – gerecht werden kann.“ Und mit Blick auf den Sturm draußen fügt er hinzu: „Die Bank ist groß genug, um sich möglichen Stürmen zu stellen.“

 

Stellten im Rahmen einer Bilanz-Pressekonferenz die Zahlen der Volksbank Gronau-Ahaus für das Jahr 2017 vor: Vorstandsvorsitzender Frank Overkamp (links) und sein Vorstandskollege Michael Kersting. Foto: Klaus Wiedau