Genossenschaftsidee - aktueller den je

Platz hinter der modernisierten Volksbank-Niederlassung Epe nach Raiffeisen benannt

Der Platz am Eper Park war schon lange da – am Freitagnachmittag bekam er einen Namen: Raiffeisenplatz. Die Nähe zur Volksbank-Niederlassung ist nicht von ungefähr. Schließlich war der Namensgeber Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818 bis 1888) der Gründer des genossenschaftlichen Systems. Und dem fühlen sich die Volksbanken nach wie vor engstens verbunden.

Vorstandsvorsitzender Frank Overkamp enthüllte gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister Rainer Doetkotte das offizielle Straßenschild, das in einen Jutesack gehüllt war. Das entbehrte nicht einer gewissen Symbolik. Produkte aus der Landwirtschaft würden oft in Jutesäcken verpackt – und in der Landwirtschaft habe die Genossenschaftsbewegung einen ihrer Ursprünge, so Overkamp. Münzgeld würde in großen Mengen ebenfalls in Jutesäcken transportiert, schlug er die Brücke zum Geldgeschäft. Und schließlich, sagte Overkamp mit einem Augenzwinkern, sei auch der Nikolaustag noch nicht lange her. Der Heilige Mann bringt schließlich seine Geschenke ebenfalls im Jutesack.

Ein großes Geschenk – das allerdings nicht in einen Sack gepasst hätte – hat sich die Bank übrigens selbst gemacht: die Neugestaltung der Niederlassung in Epe. Hochfloriger Teppichboden dämpft die Schrittgeräusche, die klassische Thekensituation ist einem runden Empfangstresen gewichen. Die Kundenberater bereiten sich in einem Gruppenraum auf die Gespräche vor.

Die finden in einem der sieben individuell ausgestatteten Räume statt, die jeweils einen eigenen Namen tragen. Landwirtschaft, Handwerk, Jugend und Trend, Urlaub, Heimat und Region, Vereine sowie Sport – jeweils entsprechend bebildert. „Wir haben unsere Mitarbeiter von Anfang an in die Umbaupläne einbezogen“, streicht Niederlassungsleiter Norbert Lünterbusch heraus. Und die scheinen allesamt sehr zufrieden mit dem Ergebnis der dreimonatigen Umbauarbeiten.

Doch zurück zum Raiffeisenplatz: Dort erinnert Frank Overkamp an das Konzept des Namensgebers: „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele!“ Raiffeisen habe auf Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung gesetzt und damit auch an der Wiege der Darlehenskassenvereine gestanden, die wiederum Vorgänger der Genossenschaftsbanken und damit der Volksbank waren.

Heek und Wüllen hatten 1885 die ersten Spar- und Darlehenskassen der Region, in Epe initiierte Pfarrer Heuveldop 1894 die Gründung. Gronau kam 1901 dazu, erinnerte Rainer Doetkotte. Schon 1971 verschmolzen die beiden Institute zur Volksbank Gronau.

Der genossenschaftliche Gedanke sei mittlerweile auf de ganzen Welt präsent und so aktuell wie vor 150 Jahren, so Overkamp. Er nannte als Beispiele Energiegenossenschaften, aber auch das „Haus der Gronauer“, das demselben Prinzip folge.

Insofern Grund genug, Raiffeisen einen Platz zu widmen. Der derzeit als Parkplatz für 96 Fahrzeuge dient, die die Volksbank kostenlos zur Verfügung stellt.

 

Ein Platz namens Raiffeisen: Volksbank-Vorstandsvorsitzender Frank Overkamp (r.) und der stellvertretende Bürgermeister Rainer Doetkotte enthüllten das Schild.
Ein Platz namens Raiffeisen: Volksbank-Vorstandsvorsitzender Frank Overkamp (r.) und der stellvertretende Bürgermeister Rainer Doetkotte enthüllten das Schild.